Landestheater-Sinfoniekonzert

Termin:
26.06.2018
Beginn:
19:30 Uhr
Veranstaltungsort:
Konzerthaus Detmold an der Neustadt
Veranstalter:
Landestheater Detmold
Info-Telefon:
05231-977-327 und -328
Buchung:
Telefonische Buchung

Der Buchungszeitraum ist vorüber.

Das Symphonische Orchester des Landestheaters Detmold lädt zum „Sinfoniekonzert 2018“ in Konzerthaus Detmold ein. Auf dem Programm stehen Werke von Leonard Bernstein (Three Meditations from „Mass“ für Solocello, Streichorchester, Orgel und Schlagzeug; Violoncello: Alexander Gebert), von Richard Strauss (Vier letzte Lieder; Solistin: Susanne Serfling, Sopran) und von Ludwig van Beethoven (Sinfonie Nr. 4 B-dur op. 60). Die Gesamtleitung hat Generalmusikdirektor Lutz Rademacher.

 

 

"Ein Leben ohne Musik ist unvorstellbar, Musik ohne Leben ist akademisch. Deshalb ist meine Beziehung zu Musik die totale Hingabe." Leonard Bernstein (1918-1990) war nicht nur ein vielseitiger Musiker, Pianist und Komponist. Bernstein war auch ein genialer Musikvermittler und weitblickender Visionär, ein stets nach Freiheit strebender Künstler und politischer Botschafter. "Three Meditations from Mass" bewegen sich zwischen religiöser Ekstase und tänzerischer Vitalität, exotische Klangfarben treffen auf differenzierte Rhythmen. 1977 extrahierte Bernstein die drei Mediationen aus seinem Werk "Mass: A Theatre Piece for Singers, Players and Dancer", das er 1971 anlässlich der Einweihung des John F. Kennedy Centers of Performing Arts in Washington D.C. als Auftragswerk für die Familie Kennedy komponierte. Bernsteins "Messe" ist kein funktional liturgisches Stück, sondern ein Werk, das, so der Komponist über sein Werk, "die Krise des Glaubens als zentrale Krise des 20. Jahrhundert" thematisiert. Zur Zeit der sexuellen Revolution, der Frauenbewegung und des Vietnamkriegs sorgte Bernsteins Komposition, sein Umgang mit dem Messeritus und seine Botschaft von Freiheit und Geschwisterlichkeit für heftige Kontroversen.
 Auch wenn es genau betrachtet nicht seine "letzten" Lieder waren, – das Lied "Malven" entstand erst danach – so gelten die "Vier letzten Lieder" (1948) als einzigartiges Vermächtnis des großen Vokalkomponisten Richard Strauss (1864-1949).
"Ist dies etwa der Tod?": Es soll die Lektüre von Joseph von Eichendorffs Gedicht "Im Abendrot" gewesen sein, die den Anstoß für Strauss’ persönliche Rückschau auf seinen Lebensweg an der Seite seiner Frau Pauline gegeben haben soll. Komplettiert werden die Lieder durch drei Hesse-Vertonungen "Frühling", "September" und "Beim Schlafengehen", die Eichendorffs "Abendrot" vorangestellt werden.
Nach Ende des Zweiten Weltkriegs im Schweizer Exil entstanden, umschreiben die Lieder den Abschied und das Bewusstsein, dass alles auf der Welt endlich ist. Der über achtzigjährige Komponist lässt durch diese Lieder mit ihren weit ausschwingenden Melodielinien ein großes, majestätisches Abschiednehmen erklingen – melancholisch und versöhnlich zugleich. Schöner und gleichzeitig berührender, schwelgender und wahrhaftiger lassen sich diese Stimmungen nicht ausdrücken.
 Eine "griechisch schlanke Maid zwischen zwei Nordlandriesen" – so beschrieb Robert Schumann Ludwig van Beethovens Vierte Sinfonie. 1806 zwischen der Arbeit an der monumentalen "Eroica" (Nr. 3) und seiner Fünften, der "Schicksals-Sinfonie", fristete seine vierte, beinahe zurückhaltend-klassizistische, kleiner in den Dimensionen ausfallende Sinfonie ein Schattendasein. Dennoch kommt Beethovens (1770-1827) „schlanke Maid“ durchaus kraftvoll daher. Erst düster und schattenhaft, ausgedehnt und langsam durchschreitet die Musik Klänge des Todes, bis sie plötzlich zum Leben erwacht und pulsierende Vitalität verbreitet. Alles ist hell und leuchtend. Bis zum von musikalischen Gegensätzen geprägten Finale entwickelt sich in Beethovens Vierter ein energischer Galopprhythmus und eine wilde Energie, in denen verschiedene Macht- und Kräfteverhältnisse musikalisch ausbalanciert werden.

 

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