Werke der Romantik

Termin:
15.09.2019
Beginn:
16:30 Uhr
Veranstaltungsort:
Evangelisch-lutherische Kirche Bergkirchen (Bad Salzuflen)
Veranstalter:
Ev.-luth. Kirchengemeinde Bergkirchen (Bad Salzuflen)
Buchung:
Freier Eintritt

Der Buchungszeitraum ist vorüber.

Am Sonntag, 15. September setzt sich um 16.30 Uhr die Reihe „Musik für Spaziergänger“ nach den Sommerferien in der Kirche zu Bergkirchen fort. Zu Gast ist die in Lage-Heiden aufgewachsene Geigerin Kirsten Harms und die japanische Pianistin Yuuki Katsukawa. Kirsten Harms studierte Geige in Wien und war u. a. Mitglied des Wiener Kammerorchesters, im Gewandhausorchester Leipzig, im Hamburgischen Staatsorchester und im Rundfunk-Sinfonieorchester Berlin. Heute lebt sie in Freiburg und ist Stimmführerin in der Basel Sinfonietta. Yuuki Katsukawa ist Korrepetitorin in den Streicherklassen der Musikhochschule Freiburg und eine gefragte Begleiterin auf Meisterkursen und Wettbewerben. Auf dem Programm stehen die große C-Dur-Fantasie für Klavier und Violine von Franz Schubert und die Violinsonate in d-Moll von Josef Labor (1842-1924).

 

Schuberts C-Dur-Fantasie ist einer der Meilensteine des Duorepertoires und wohl das Werk, das an beide Spieler die höchsten technischen Anforderungen der gesamten klassisch-romantischen Literatur für diese beiden Instrumente stellt. Josef Labor war zu Lebzeiten ein hochangesehener Musiker im Wiener Musikleben. Labors erste Violinsonate in d-Moll ist ein Jugendwerk, das viele stilistische Anklänge u. a. an Schumann und Mendelssohn aufweist, aber doch schon eine sehr eigene Tonsprache zeigt.
Der heute vollkommen in Vergessenheit geratene blinde Komponist, Pianist und Organist Josef Labor (1842-1924) war zu Lebzeiten eine hochangesehene Figur im Wiener Musikleben. Die Familie Wittgenstein, mit der er sehr verbunden war – er komponierte u.a. für den einarmigen Pianisten Paul Wittgenstein – sah ihn sogar als einen der fünf oder sechs bedeutendsten Komponisten aller Zeiten an. Interessanterweise hatte er, der in seinen späteren Jahren selbst Lehrer u.a. von Arnold Schönberg werden sollte, bei dem gleichen Simon Sechter Tonsatzunterricht, der auch Lehrer von Franz Schubert (in dessen letztem Lebensjahr) wie auch von Anton Bruckner war. So besteht eine Art versteckter Beziehung zwischen den beiden Komponisten des Konzertprogramms.
Labors erste Violinsonate in d-moll ist ein Jugendwerk, das viele stilistische Anklänge u.a. an Schumann und Mendelssohn aufweist, aber doch schon eine sehr eigene Tonsprache zeigt. Die vier Sätze verzichten auf extreme Tempo- und Charakterkontraste, so dass die Interpreten gefordert sind, feine Ausdrucksnuancen innerhalb einer melancholisch-eleganten Grundstimmung zu finden. Das Werk verzichtet auf jedweden äußerlichen Effekt, ist vielmehr in seiner starken Verinnerlichung eine willkommene, wenn auch kaum aufgeführte Bereicherung des Repertoires.
Dagegen ist Schuberts große C-Dur-Fantasie für Klavier und Violine einer der Meilensteine des Duorepertoires und wohl das Werk, das an beide Spieler die höchsten technischen Anforderungen der gesamten klassisch-romantischen Literatur für diese beiden Instrumente stellt. Es entstammt seiner letzten Lebensphase. Anders als etwa die letzten Klaviersonaten oder das Streichquintett ist es von der Spieldauer her eher knapp gehalten, verzichtet auf Schuberts berühmte „himmlische Längen“ zugunsten formaler und ausdrucksmäßiger Verdichtung. Sein Kernstück bildet eine Reihe von Variationen über Schuberts eigenes Lied „Sei mir gegrüßt“. Formale Geschlossenheit erreicht Schubert durch den Rückgriff auf den ätherischen pianissimo-Beginn vor Beginn des Finales; auch das Liedthema wird kurz vor der fulminanten Coda nochmals – quasi als retardierendes Moment – zitiert.
Die in Detmold geborene Geigerin Kirsten Harms wurde musikalisch früh gefördert. Von den legendären Klavier- und GeigenlehrerInnen Lisik Lasheras-Hacobian und August-Wilhelm Torweihe und als 16-Jährige dann von Prof. Ernst Mayer-Schierning. Nach dem Abitur studierte sie an der Wiener Musikhochschule Geige bei Gerhart Hetzel und Gerhard Schulz. Währenddessen hatte sie Engagements im „Klangforum Wien“ und der „Deutschen Kammerphilharmonie Bremen“. Sie war Mitglied des Wiener Kammerorchesters von 1991-1996. Weiterhin war sie in der „Musikfabrik NRW“ in Köln und dem „ensemble modern“ Frankfurt tätig. Zeitverträge im „Gewandhausorchester Leipzig“ (1999/2000) und dem „Hamburgischen Staatsorchester“ (2000/2001) folgten. In Ihrer Berliner Zeit (2001-2011) spielte sie in der „Kammerakademie Potsdam“ und im „Rundfunk-Sinfonieorchester Berlin“, gründete 2004 das „Miron-Quartett“ und war für vier Jahre Mitglied des „Sonar Quartetts“. Es entstanden CD-Produktionen mit Werken von Walter Zimmermann, Ursula Mamlok und Georg Katzer. Seit 2012 lebt Kirsten Harms in Freiburg und ist Stimmführerin der 2. Geigen in der „basel sinfonietta“. Daneben hat sie häufige Aushilfstätigkeiten im SWR-Orchester und im Orchester des Freiburger Theaters. Seit 2019 spielt sie zweite Geige im Amar Quartetts Zürich.
Die Pianistin Yuuki Katsukawa, geboren in Tokyo, begann ihre musikalische Laufbahn mit drei Jahren am Klavier und am Schlagzeug. Ihr Klavierprofessor an der Gakuen Musikhochschule war Nobuyoshi Kato. Nach erfolgreichem Diplom ging sie für ein Aufbaustudium des Fachs Kammermusik zu Prof. Helmut Barth nach Freiburg und schloss dieses mit Auszeichnung ab. Sie blieb in Freiburg und baute sich dort durch verschiedene Lehrtätigkeiten eine berufliche Existenz auf. Seit 2002 hat sie nun eine Stelle als Korrepetitorin in den Streicherklassen der Musikhochschule. U. a. bei Rainer Kussmaul, Christoph Henkel und Nicolas Chumachenko. Neben Konzerten mit ihrem Duopartner Jacob Leuschner ist sie eine gefragte Begleiterin auf Meisterkursen und Wettbewerben. In ihrem Repertoire ist nahezu das gesamte Sonaten- und Konzertrepertoire für Violine, Viola und Violoncello sowie ein großer Teil der Holzbläserliteratur vorhanden. Dazu zahlreiche Kammermusikwerke in größeren Besetzungen.

 

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